Auf festen Sitz achten
Eltern wollen ihre Kinder oder Großeltern ihre Enkel während der Autofahrt größtmöglich geschützt wissen. Die Wahl des richtigen Sitzes sowie seine korrekte Handhabung sind deshalb das A und O. Zwei typische Fehler sind laut Ann-Christin Mainz von TÜV SÜD immer wieder zu beobachten: Die Kinder werden zu früh von der Babyschale in den Kindersitz oder in Fahrtrichtung gesetzt, mit Gurten gesicherte Sitze sind oft zu locker befestigt. „Auch beim Anschnallen der Kinder sollten die Eltern aufpassen, dass die Gurte straff genug angezogen sind“, legt Mainz Eltern an Herz, denn sonst besteht die Gefahr, dass das Kind bei einem Aufprall aus dem Gurt rutscht. Mehr als eine flache Hand sollte nicht zwischen Kind und Gurt passen.“
Derzeit sind zwei Kindersitz-Normen parallel zugelassen. Sie lassen sich an dem am Kindersitz angebrachten Prüfsiegel erkennen: UN Reg. 129 und UN ECE Reg. 44 (Änderungsserien 03 und 04). Die aktuelle Norm UN Reg. 129 orientiert sich an der Größe des Kindes, die ältere Norm UN ECE Reg. 44 an dessen Gewicht.
Unabhängig von ihrer Größe dürfen Kinder in diesen Kindersitzen bis zum Alter von 15 Monaten nicht in Fahrtrichtung transportiert werden. Nur rückwärtsgerichtete Sitze und Babywannen, die quer zur Fahrtrichtung eingebaut werden, sind zulässig. „Grundsätzlich“, rät Mainz, „sollte man Kinder bis zu einem Alter von zwei Jahren nicht in Fahrtrichtung im Kindersitz mitreisen zu lassen.“
„Die beste Rückhaltevorrichtung nützt bei einem plötzlichen Bremsmanöver oder gar Unfall allerdings wenig, wenn das Baby darin nicht richtig befestigt wurde", betont Mainz. Die Eltern sollten daher die Gebrauchsanleitung des Babysitzes genau befolgen oder – besser noch – einen Fachverkäufer zu Rate ziehen. „Er kann den Einbau ins Fahrzeug und die alltägliche Handhabung genau erklären. So lassen sich spätere Fehler bei der Handhabung vermeiden“, gibt die TÜV SÜD-Fachfrau zu bedenken. Vor allem bei älteren Fahrzeugen gibt es erfahrungsgemäß immer wieder Probleme mit der so genannten Isofix-Halterung oder einer ungünstigen Gurthöhe.
Doch nicht nur in Sachen Sicherheit gibt es bei Autofahrten mit kleinen Kindern einiges zu bedenken. „Da bei Babys die Temperaturregulierung noch nicht voll entwickelt ist, sollte ein angenehmes Klima im Fahrzeug herrschen. Die Wohlfühltemperatur für Babys liegt bei rund 22 Grad Celsius. Bei längeren Fahrten sollten die Eltern ausreichend Pausen für Trink- und Wickelzeiten einplanen. „Ideal ist es, wenn ein Mitfahrer neben dem Baby auf dem Rücksitz Platz nimmt, um sich während der Fahrt darum zu kümmern“, schildert die TÜV SÜD-Expertin ihre Erfahrungen. Wer allein fährt, kann den Nachwuchs über einen zusätzlichen Babyspiegel im Blick behalten. Im Zweifel anhalten und die Situation entschärfen sollte man, wenn das Baby unruhig und quengelig wird. Die Schreie eines Kleinkindes können bis zu 100 Dezibel erreichen. „Bei einem solchen Lärmpegel ist es praktisch unmöglich, sich aufs Autofahren zu konzentrieren, von den Sorgen um den kleinen Passagier ganz abgesehen“, weiß Mainz.